| Entstehung des Ortes Buch a. Erlbach
Archäologische Funde der ersten Ansiedlung
Selbstverständlich existierte im heutigen Gemeindegebiet von Buch am Erlbach schon lange Zeit vor der Ersterwähnung Buchs Dorfleben im Erlbachtal bzw. auf den Hügeln am Rande zum Isartal. Von allen archäologischen Objekten im Ortsbereich von Niedererlbach wurde die Römerstraße zuerst entdeckt. Sie ist im Wiesengrund des Isartals noch heute als ungefähr 20 cm hoher Damm und im Ackerland durch Bewuchsmerkmale zu erkennen.
Aufgrund verschiedener Ausgrabungen in den 80er Jahren und erneut Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts weist die Besiedlung bis in die Jahrhunderte vor Christus zurück.
Das am besten erforschte Erdwerk I (siehe Abbildung) war mit zwei- bzw. dreifachem Graben und einer Holzerdemauer massiv befestigt. Seine Innenfläche war intensiv bebaut und handwerklich genutzt.
Diese Besiedlung hatte zumindest während des gesamten Verlaufes der späten Hallstattzeit (6./5. Jahrhundert vor Christus), aber wohl auch noch zur Zeit der großen Keltenwanderungen (um 400 vor Christus) bestanden. Sie dürfte mit ihrer Befestigung, insbesondere dem imposanten Tor, auf den damaligen Betrachter durchaus imponierend gewirkt haben.
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Gemeindegründung 1808 bis 1818
Die Aufhebung des Klosters Frauenchiemsee 1803 bedeutete auch das Ende der Hofmark Buch. 1808 erhielt der Landrichter Pölzl in Landshut den Auftrag zur Bildung der Gemeinden im Landgericht Landshut. Die dazu getätigte Aufteilung des Landgerichts in 39 Steuerdistrikte (Steuergemeinden) führte auf langem Wege zu den Gemeindegründungen. Dabei besagten die Richtlinien, dass möglichst die Pfarrei- und Schulsprengelgrenzen miteinander in Einklang zu bringen seien. Von 1808 bis 1814 fand die Landesvermessung statt.
Im Zuge der Umgestaltung des bayerischen Staatswesens unter Graf Montgelas entstand 1818 auch die Landgemeinde Buch am Erlbach. Bis 1819 war die Bevölkerung von Buch am Erlbach bereits auf 738 angestiegen. Buch am Erlbach bestand nun aus den Ortsgemein-den Gastorf, Großaibacherforst, Hartbeckerforst, Hofenstall, Nieder-erlbach, Obererlbach, Stünzbach.
Die damalige Gemeinde Garnzell summierte die Ortsgemeinden Vatersdorf, Bendlreuth, Dirnaibach, England, Holzen, Holzhäuseln, Holzmühl (mit Holzhäuseln verbunden), Laufenau, Ried, Rothenkasten, Sochenberg, Thann, Tristl am Damm, Westendorf.
1970, ein Jahr vor der Gebietsreform 1971 schlossen sich die Gemeinden Buch am Erlbach und Garnzell zur Gemeinde Buch am Erlbach zusammen. |
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Bucher Adel und die Entstehung des Gemeindewappens
„Willst Du die adeligen Puecher von Puech erkunden, so brauchst Du nur den gekreuzten Stielen mit den Blättern folgen und es wird ein leichtes sein sie in ganz Bayern zu finden“ (Aussage eines Geschichtsschreibers).
Das schon früher urkundlich zu Buch am Erlbach nachweisbare Geschlecht des (niederen) Adels wird genealogisch und heraldisch erst seit Beginn des 14. Jahrhunderts genauer fassbar. Es führte aber auch damals noch nicht den kennzeichnenden Beinamen „zu Erlbach“, sondern ist nur aufgrund der Wappensiegel und der nähe-ren Beziehungen zum Benediktinerinnenstift Frauenchiemsee zu lokalisieren. Als ältester Familienangehöriger restlos gesichert ist Ott der Puecher. 1337 wird Buch bereits als Hofmark erwähnt. Der Adelssitz der Bucher (Puecher) blieb bis etwa 1587 im unmittel- baren Besitz der Familie. Das inzwischen auch nach neueren Besitzungen „Thurn in Moosburg und Walkersaich“ benannte Geschlecht der Bucher zu Buch wurde 1641 in den Reichsfrei-herrenstand erhoben und erlosch in der Linie Walkersaich und Thann (Gem. Matzbach) 1722.
Das Wappen der Pucher durch Wappensiegel ist seit 1307 bekannt. In einigen Einzelheiten schwanken die Wiedergaben des Wappens von 1307 bis 1540, gemeinsam ist jedoch das Hauptbild der zwei Buchenblätter an langen, gekreuzten (bzw. verschlungenen) Stielen. Für das 14. Jahrhundert konnte aufgrund der Originalsiegel festgestellt werden, dass der Schild gespalten (d. h. senkrecht halbiert) war und je ein Buchenblatt in jeder Schildhälfte zeigte. Die Blätterstiele in den Siegeln des Ott des Puecher sind gekreuzt. Nach allen gesichteten Unterlagen scheint mit größter Wahrscheinlichkeit das älteste Stammwappen des Geschlechts ein von Gold und Blau gespaltener Schild mit zwei langstieligen Buchenblättern in verwechselten Farben gewesen zu sein. |
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